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Liam Gillick – Zur Ausstellung „Liam Gillick. Ein langer Spaziergang... Zwei kurze Stege...“

Im Rahmen der Kooperation zwischen dem Projekt SUM und der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn konnte im Juni 2010 das Projekt zu und mit dem Künstler Liam Gillick für StudentInnen der Kölner und Bonner Universität erfolgreich durchgeführt werden. Liam Gillick, der 2009 den Deutschen Pavillion auf der Biennale in Venedig bespielte, setzt sich in seinen raumgreifenden Installationen und Skulpturen unter anderem mit der Frage nach der Nutzung und Funktion von öffentlichen Räumen auseinander.

Inhaltliche Einbettung und Zielsetzung

Mit Blick auf das SUM-Leitthema „Räume“ für das Projektjahr 2010 und nach einem Gespräch über ein mögliches gemeinsames Teilprojekt zwischen der museumspädagogischen Abteilung der Ausstellungshalle und dem Projekt SUM kam es zu der Idee einer Zusammenarbeit als Begleitprogramm zur oben genannten Ausstellung. Für die StudentInnen der Universität Bonn fand das Projekt als inhaltliche Ergänzung zu einem Seminar statt und konnte als dazugehörige Exkursion gewertet werden.

Aufbau und Durchführung

In einer ersten Projekteinheit wurden die circa 25 Teilnehmer von einem Kunstvermittler der Ausstellungshalle in einer 90-minütigen Führung durch die Werkschau von Liam Gillick geführt. Dabei bezog sich der Museumspädagoge bei der Werkvermittlung stets auch auf die Texte des Künstlers, die neben seinem bildnerischen Werk einen ebenso wesentlichen Teil des OEuvres ausmachen. An geeigneter Stelle bat er schließlich interessierte StudentInnen, einige Textpassagen im Rahmen eines vom Künstler geplanten Theaterstücks in der Ausstellung selbst vorzutragen, so dass eine Art Performance der Besucher in den Ausstellungsräumen verwirklicht wurde. Nach dieser ersten Einführung zu Liam Gillick trafen die StudentInnen in einer zweiten Projekteinheit auf den Künstler selbst, der sie nun persönlich durch die eigene Ausstellung führte und währenddessen interessante Verweise sowohl zur Werkgeschichte einzelner Exponate als auch zu den kuratorischen Entscheidungen der Ausstellungskonzeption lieferte, an der er teilweise mitgewirkt hatte. Im Anschluss daran fand eine Diskussion im Kinosaal der Ausstellungshalle statt, die Liam Gillick sowohl mit einer Bild-Präsentation von weiteren aktuellen Projekten (u. a. mit Designentwürfen für Flugzeuge und eine neue Schuhkollektion) sowie mit einer Lesung eines eigenen Textes bereicherte.

Reflexion

Über das Teilprojekt erhielten die StudentInnen einen einmaligen Einblick in das künstlerische Werk Gillicks –nicht nur durch die Ausstellungskonzeption, die einen umfassenden „Dialog“ zwischen ausgewählten Werken seit Beginn von Gillicks Schaffen zeigte, sondern auch aufgrund des persönlichen Kommentars, den Gillick zu einzelnen Werken vor Ort äußerte. Dabei stellte sich heraus, dass die Frage nach den Möglichkeiten von Kunst, im öffentlichen Raum Platz zu finden beziehungsweise diesen zu repräsentieren, eine zentrale Antriebsfeder für Gillicks kreatives Schaffen darstellt.