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Lesung und Filmabend zu Kindheit und Jugend in Südafrika mit Dr. phil. Lutz van Dijk im Rautenstrauch-Joest-Museum

Im Mai 2011 fand ein zweiteiliges Projekt zu und mit dem Jugendbuchautor und HIV/AIDS-Aktivisten Dr. phil Lutz van Dijk im Rautenstrauch-Joest- Museum statt. Beide Veranstaltungen widmeten sich dem Oberthema „Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Südafrika“ und stellten zwei Themen in den Vordergrund: HIV/AIDS und Xenophobie (Fremdenangst).

Lutz van Dijk wurde 1955 in Berlin geboren. Er arbeitete zuerst als Lehrer in Hamburg und war später Mitarbeiter des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Nach dem Ende der Apartheid Mitte der 1990er Jahre und der Aufhebung seines Einreiseverbots reiste der engagierte Apartheid- Gegner van Dijk nach Südafrika und begleitete Jugendliche zu Anhörungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth and Reconciliation Commission, kurz: TRC). Im Jahr 2001 wurde van Dijk für seine Arbeit mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet. Im selben Jahr zog er auch nach Südafrika und gründete zusammen mit der Südafrikanerin Karin Chubb die Stiftung HOKISA (Homes for Kids in South Africa), die sich auf vielfältige Weise für Kinder und Jugendliche aus dem Township Masiphumelele bei Kapstadt einsetzt, die direkt oder indirekt von HIV/AIDS betroffen sind. In Südafrika sind die Infektionsraten für HIV/AIDS besonders hoch. Viele Kinder und Jugendliche sind zu Waisen geworden, da ihre Eltern an AIDS verstarben. Vorurteile und falsche Vorstellungen führen dazu, dass viele eine Infizierung mit dem Virus verleugnen und die Möglichkeiten, auch als HIV-positiver Mensch ein langes und erfülltes Leben zu führen, durch falsche Scham verpassen. Seine Romane und Sachbücher (z.B. Township Blues, Themba, Die Geschichte Afrikas) richten sich vor allem an Jugendliche und junggebliebene Erwachsene und erzählen von Menschen, die anders als die Mehrheit sind. Sein aktueller Roman „Romeo und Jabulile“ handelt von der 13jährigen Jabulile aus Masiphumelele, die sich in den Flüchtlingsjungen Romeo aus Zimbabwe verliebt – eine Liebe, die durch Fremdenfeindlichkeit und Xenophobie hart auf die Probe gestellt wird.

12.5. 2011 – Besuch von Lutz van Dijk

Der Besuch von Lutz van Dijk am 12.5. im RJM bildete den ersten Teil dieses Projekts und konzentrierte sich auf Kinder und Jugendliche aus Masiphumelele – ein Ort, der durch materielle Deprivation, eine hohe Zuwanderungsrate und HIV/AIDS einen Schatten auf die Lebenswelten von dortigen Heranwachsenden wirft. Neben einigen StudentInnen waren etwa 90 SchülerInnen aus den Jahrgangstufen 6 und 9 der Gesamtschule Rodenkirchen bei der knapp zweistündigen Veranstaltung anwesend und wurden von den LehrerInnen Dorothea Scholemann und Birgit Himmel und zwei weiteren KollegInnen der Gesamtschule Rodenkirchen begleitet Im Rahmen des dialogisch angelegten Vortrags von Lutz wurden zunächst die Themen HIV/AIDS und dessen Einflussnahme auf die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Südafrika behandelt. Hierzu stellte Lutz zunächst die Geschichten verschiedener Kinder und Jugendlicher anhand großer laminierter Porträtfotos und in Zusammenhang mit der Projektarbeit der oben erwähnten Stiftung HOKISA in Masiphumelele vor. Durch seinen Erfahrungsschatz im Umgang mit SchülerInnen gelang es ihm, das Thema HIV/AIDS in angemessener Sensibilität an die diverse Zuhörerschaft zu vermitteln.
Zwischen den Erläuterungen hatten die TeilnehmerInnen immer wieder Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Im späteren Verlauf der Veranstaltung rückten die Themen Armut und Fremdenfeindlichkeit in den Vordergrund und wurden am Beispiel des Romans „Romeo und Jabulile“ behandelt. Die Veranstaltung abschließend präsentierte Lutz auf Wunsch der SchülerInnen den Trailer zum Film „Themba“ als Vorschau auf den Filmabend.

26.5.2011 – Filmvorführung „Themba – das Spiel seines Lebens“

Am 26.5. fand schließlich der zweite Teil des Projekts in Form einer Filmvorführung im Rautenstrauch-Joest-Museum statt. Gezeigt wurde der Film „Themba – das Spiel seines Lebens“, der auf dem gleichnamigen Roman von Lutz van Dijk basiert. „Themba“ erzählt die Geschichte eines südafrikanischen Jungen, dem der Aufstieg in die Nationalelf seines Landes Südafrika gelingt, wo im Jahr 2010 zum ersten Mal in der Geschichte der Traum einer Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden in Erfüllung ging. Gleichzeitig beschäftigt sich „Themba“ mit sexueller Gewalt und HIV/AIDS im südafrikanischen Alltag, mit dem Aufbegehren gegen Stigmatisierung und Exklusion und der Liebe Thembas zu seiner kleinen Schwester Nomtha.

SUM sagt DANKE!

Im Namen von SUM möchte ich mich zunächst bei Lutz van Dijk für den wunderbaren Input und den netten Besuch bedanken. Gleiches gilt natürlich auch für die anwesenden SchülerInnen, StudentInnen und LehrerInnen – hierunter u.a. Dorothea Scholemann und Birgit Himmel - durch die erst fruchtbare Diskussionen entstehen konnten. Vielen Dank auch an das Rautenstrauch-Joest-Museum und insbesondere Clara Himmelheber für die Vernetzung mit dem Allerweltshaus und die nette Begrüßungsansprache an beiden Terminen, Oliver Lueb und Gertrud Borsch für die Koordinations- und Organisationsarbeit der Veranstaltungen und Andreas Hofmann, der die Technik der Veranstaltungen koordiniert hat. SUM bedankt sich auch herzlich
beim Allerweltshaus Köln und insbesondere bei Eva Wernecke und Christa Morgenrath für die gute Kooperation und Organisation im Rahmen der Filmvorführung. Ebenso sei Christine Link von EXILE e.V. in Essen gedankt, welche die Lesungen von Lutz van Dijk derzeit koordiniert sowie Elfriede Schmitt von alpha-Medienkontor, die uns die Lizenz für die Filmvorführung und das Werbematerial übermittelt hat. Danke für das Engagement von Alois Finke von den HOKISA-Freunden in Bonn und den Mitarbeitern der Kölner AIDS Hilfe, die uns ohne zu Zögern mit kostenlosen Informationsmaterialien versorgt haben. Und last but not least kommt dem Cologne African Studies Center (CASC) ein großes Dankeschön zu, durch dessen finanzielle Unterstützung dieses Projekt erst realisierbar wurde. Also: VIELEN DANK!

Für nähere Informationen: katarina.fritzscheSpamProtectionuni-koeln.de

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